Ein Blick hinter die Kamera | DCM

  Jean Michel Vecchiets poetisches Porträt „PETER LINDBERGH – WOMEN’S STORIES“ über Peter Lindbergh

Am 12. März 2013 lief Peter Lindbergh, mit dem Ziel Insassen der Todeszelle zu fotografieren, durch die Tore des Marion Gefängnisses in Florida. Was bewegt den Fotografen der schönsten Frauen der Welt, den Vater der „Supermodels“ dazu, seine Kamera auf die Gesichter von Mördern zu richten, unter denen sich auch eine junge Frau befindet? Gab es etwas in seiner Vergangenheit, dass zu dieser Faszination des Todes führte?

Dies sind Fragen, die von Regisseur Jean Michel Vecchiet in der höchst intimen Dokumentation über den zukunftsweisenden Fotografen aufgeworfen werden. PETER LINDBERGH – WOMEN‘S STORIES ist der Höhepunkt aus 25 Jahren Recherche Vecchiets, die ein einzigartiges und umfassendes Porträt des weltweit bekannten Künstlers bilden. Mit Hilfe persönlicher Anekdoten von Frauen, die ihm am nächsten stehen, zeigt der Film, wie Lindbergh einer der bekanntesten Namen der Fotografie im 20. Jahrhundert wurde. Der Film wirft fundamentale Fragen auf: Wie und warum wird man Künstler? Was verbirgt sich hinter dem Bild? Und woher kommt diese kreative Kraft, die jeder Logik trotzt und sich der Analyse widersetzt?

In den Worten des Regisseurs: „Die Fotografien von Peter Lindbergh beinhalten etwas Fundamentales, das was einen Künstler dazu treibt, ein bewusstes und unbewusstes Erbe seiner Arbeit zu erschaffen. Das ist wie PETER LINDBERGH – WOMEN‘S STORIES konzipiert und realisiert wurde.“

Genau wie Lindbergh das Genre der Porträtfotografie mit seinem wegweisenden Realismus neu definiert, fordert auch Vecchiet die Grenzen der Dokumentation selbst heraus. Die Spiegelung der Erzählungen des Films lässt Lindberghs zwei Welten verschmelzen: Geschichten von Stars, Schauspielerinnen, Models und Musen, die für viele Jahre vor der Linse des Fotografen standen, werden verflochten mit Frauen, die sich vor dem Blitz der Kamera abschirmen – Schwestern, Ehefrauen, Freunde, Mitarbeiterinnen. Sie führen uns in die labyrinthische Welt des Künstlers, sie bewegen sich zwischen Bewusstsein und Unbewusstem, und dienen als eine Art filmische Psychoanalyse. Mit dieser „mise en abyme“, zusammengesetzt aus gesammelten Schriften, Fotografien, Anekdoten und einer poetischen Erzählform, die an der Grenze zwischen der Realität und dem Imaginären schwebt, befreit Vecchiet seine Geschichte von den Zwängen des Genres.

Seit den späten 70er Jahren ist Jean Michel Vecchiet der Mittelpunkt zahlreicher Ausstellungen in Museen und Festivals auf der ganzen Welt. Seit 1997 ist er zudem als Regisseur für Reportagen und Dokumentationen aktiv. Seine Filme wurden in mehr als 50 Ländern ausgestrahlt, darunter Filme wie: Basquiat: A Life, Iran: A Power Unveiled, Lives and Deaths of Andy Warhol, Photographers of Mao, Peter Lindbergh: a Portrait, Marc Riboud: The Man Who Walks.

 

Regisseur Jean Michel Vecchiet, Jackson Pollocks Studio

Produziert von DCM, feiert PETER LINDBERGH – WOMEN‘S STORIES in Anwesenheit von Jean Michel Vecchiet und Peter Lindbergh seine Weltpremiere im Rahmen der Berlinale im Februar in Berlin.