"Als Fußball noch dreckig war" | DCM

Während DIEGO MARADONA damals auf dem Spielfeld überzeugte, tut er dies nun auf der großen Leinwand. Das sagt die Presse zu Asif Kapadias neuem Dokumentarfilm …

*Wenn die Artikel online sind, erreichst du sie durch Klicks auf die entsprechend zugehörigen Bilder.

„Kapadias Filme haben das Genre Kinodokumentation revolutioniert. Kapadia braucht keine Kameramänner, er benutzt nur Originalmaterial. Er verzichtet auf beobachtende Teilnahme und auf sogenannte Talking Heads, die vor der Kamera sitzen und die Geschichte, die erzählt werden soll, mit ihren Kommentaren vorantreiben. Kapadias Filme leben von der Rohheit und Authentizität des Originalmaterials. Auf zwei Stunden und zehn Minuten collagiert Kapadia die unterschiedlichen Techniken. Alles ist roh und dreckig. Dreckige Bilder aus einer dreckigen Stadt, als der Fußball noch dreckig war.“

„In Buenos Aires haben wir Menschen getroffen, die aus Müllcontainern der Film- und Fernsehfirmen Material geholt hatten und zu Sammlern geworden waren. Ein Teil des Materials stammt auch von der Fifa, von den Weltmeisterschaften, da braucht man deren Genehmigung. Es ist eine interessante Herausforderung, all diese Quellen zusammenzubringen, und es so aussehen zu lassen, als ob alles Teil eines Filmes ist. Das ist unsere Aufgabe. Wie ein Mosaik.“

„Geliebt, gehasst, gescheitert – Asif Kapadias großer Dokumentarfilm über den Fußballer Diego Maradona“

„Der Brite Asif Kapadia, der zwei bemerkenswerte Dokumentationen über Ayrton Senna und Amy Winehouse gemacht hat, ist dafür bekannt, dass er sic durch Materialgebirge hindurcharbeitet, dass er sich nicht mit Bildern und narrativen Fertigteilen zufriedengibt, die jeder von Personen der Zeitgeschichte kennt. Das ist auch hier so, bei seinem neunen Film, der einfach ‚Diego Maradona‘ heißt und schon mit seiner spektakulären Ouvertüre begeistert. […] Wenn man schon staunt, dass es von dieser Autofahrt Bildmaterial gibt, dann wird man im Laufe dieses Films noch viel mehr staunen, was Kapadia alles gefunden hat. Kapadias Film entwickelt eine schlüssige Balance zwischen Fußball und Leben.

[…] Am Ende braucht es aber auch keine psychologischen oder soziologischen Erklärungen. Womöglich liegt ein Schlüssel in dem mehrfach zitierten Satz: ‚Wenn du das Spielfeld betrittst, wird das Leben unwichtig.‘ Sobald kein Spielfeld mehr da ist, lässt ihn das Leben nicht mehr frei. Und man sieht in Kapadias faszinierenden Film, was für ein extremes Leben das war in Neapel, das er immer wieder für neunzig Minuten hinter sich lassen konnte.“

„Diese Tragödie, exemplarisch für die Mechanismen von Ruhm, Verführung und Selbsttäuschung in der modernen Mediengesellschaft, führt nun die Kino-Dokumentation ‚Diego Maradona‘ vor – auf besonders eindrückliche Weise.“

„[…] es sind Szenen wie diese, fast voyeuristisch nah dran, mit denen Regisseur Asif Kapadia die Zuschauer mitnimmt in Maradonas Welt. Aus Archiven hat er zum Teil unveröffentlichtes Filmmaterial ans Licht geholt. Sein Dokumentarfilm beleuchtet die Hauptfigur, ohne sie zu bewerten. Das braucht er auch nicht, Maradona war schon immer meisterhaft darin, sich selbst zu demaskieren.“