Wie I, TONYA Margot Robbie den dreifachen Axel springen lässt | DCM

Die turbulente Story von I, TONYA genauso überzeugend aufs Eis zu bringen war eine große Herausforderung. Denn auch wenn Tonya Harding den dreifachen Axel so einfach aussehen lässt, stellte der Sprung das Filmteam vor eine große Herausforderung. Margot Robbie konnte ihn nicht so einfach wiederholen – denn der dreifache Axel wurde gerade mal von acht Frauen bisher gesprungen…

Robbie hatte als Jugendliche Eishockey gespielt, hatte aber keinerlei Erfahrung mit Eiskunstlauf. Nichts konnte sie auf die Schwierigkeiten vorbereiten, die sie auf dem Eis erwarten sollten – geschweige denn auf die Herausforderung, sich dort mit einer Eleganz auf dem Niveau von Tonya Harding und Nancy Kerrigan zu bewegen. „Man trägt zentimeterdicke Schutzschichten beim Eishockey. Daher dachte ich, dass Eiskunstlauf für mich ein Kinderspiel wäre. Ich kann mich auf dem Eis sehr schnell bewegen und dachte, dass ich das alles sehr schnell lernen könnte. Doch allein die Schlittschuhe unterscheiden sich schon voneinander. Ich fiel ständig hin, und ohne Schutzpolster ist jeder Sturz auf dem Eis äußerst schmerzhaft.”

Eine überraschend grausame Sportart

Robbie trainierte mit der japanisch-kanadischen Trainerin und ehemaligen Eiskunstläuferin Sarah Kawahara, die bereits mit Nancy Kerrigan während ihrer Hochzeit zusammengearbeitet hatte. „Eiskunstlauf hat sehr viele Ähnlichkeiten mit Ballett, nur dass es äußerst brutal ist und ein extremes Maß an Athletik und Stärke abverlangt”, erläutert Robbie.

„Das Ziel ist es, es am Ende kinderleicht und anmutig aussehen zu lassen. Ich habe enormen Respekt vor allen, die Eiskunstlauf beherrschen. Es ist eine unglaublich harte und überraschend grausame Sportart. Außerdem ist es etwas ganz anderes, damit im Alter von 26 anzufangen anstatt mit fünf Jahren, wie es bei Tonya der Fall war. In diesem Alter hat man weitaus weniger Angst und stürzt auf Grund der geringeren Körpergröße nicht ganz so hart.“

Eine weitere Herausforderung beim Dreh der Eiskunstlaufsequenzen stellte die Filmausrüstung dar. Regisseur Craig Gillespie wollte bei den Wettbewerbssequenzen so lange wie möglich Robbie auf dem Eis begleiten. Die größeren Teile der Ausrüstung konnten jedoch nicht mit aufs Eis transportiert werden. Da man auf Film drehte, waren Digitalkameras keine Option. Glücklicherweise konnte Kameramann Dana Morris Schlittschuhlaufen und mit der Kamera auf dem Eis filmen.



Die Perfektion des dreifachen Axels

Das Team von I, TONYA suchte in den gesamten USA nach weiblichen Stuntdoubles für Robbie, um die anspruchsvolleren Teile inklusive des Dreifach-Axels zu übernehmen. Jedoch beherrschen derzeit lediglich zwei US-amerikanische Eiskunstläuferinnen den Dreifach-Axel und beide waren zu klein. Ein männlicher Eiskunstläufer mit Perücke war vorübergehend ebenfalls im Gespräch.

Letzten Endes entschied man sich jedoch für Eiskunstläuferinnen, die den Dreifach-Axel beinahe beherrschten. Der Rest wurde in der Postproduktion mit Hilfe von visuellen Effekten gelöst.

Robbie setzte zu dieser komplizierten Bewegung an, die Stuntdoubles setzten sie fort und digitale Effekte vervollständigten ein Kunststück, das Harding auf dem Höhepunkt ihrer Karriere mit erstaunlicher Eleganz in den Eishallen auf der ganzen Welt dargeboten hatte.

„Erst als wir uns auf die Suche nach unseren Stuntdoubles begaben wurde mir klar, zu welchen herausragenden Leistungen Tonya imstande gewesen war”, erzählt Robbie. „Der Sport hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten weiterentwickelt, aber der Dreifach-Axel ist nach wie vor dieses verrückte Kunststück, das nur sehr wenige Menschen vollführen können.“

I, TONYA ist jetzt im Kino zu sehen.