Loro: Berlusconi wieder in den Schlagzeilen | DCM

Italiens Skandal-Politiker macht wieder Schlagzeilen. Diesmal Dank Paolo Sorrentinos Film LORO.

„Dekadenz und Einsamkeit: Paolo Sorrentino hat mit ‚Loro‘ einen unfassbar schönen Film über einen zutiefst zweifelhaften Politiker gedreht. […] Sorrentino schildert diese dekadente Welt in exzessiven, aber auch zutiefst existenziellen Bildern, die an den dionysischen Taumel der ganz großen Fellini-Filme erinnern. Dabei entfesselt ‚Loro‘, seinerseits dekadent, die visuelle Gewalt von umgerechnet eintausend überproduzierten Werbespots, um Szenen mit Ewigkeitswert zu schaffen. […] Den Mann der tausend Showgirls als verzweifelten Liebenden zu zeigen, den größten Betrüger der Welt als von der Welt verlassenen Wahrheitssucher, als einen, der selbst der eigenen Lächerlichkeit furchtlos ins Auge blicken kann – das ist so eine verblüffende, so aufwühlende Idee, dass man, wen man nach Vergleichen sucht, mindestens bei ‚Citizen Kane‘ von Orson Welles, vielleicht sogar von den Königsdramen von Shakespeare landet.“

„Sorrentino nutzt den Unterhaltungswert, den Berlusconi als Politiker hatte, für seinen Film.“

„In ‚La Grande Bellezza‘ spielte Servillo für Sorrentino einen alternden Autor, der das Geheimnis der existenziellen Leere sucht. Nun, als ‚lui‘ hat er es gefunden: grinsend, zerfressen, halbdebil. Die von Berlusconi eingeleitete Ära bringt Sorrentino nun mit einer einzigen Szene auf den Punkt. […] Berlusconi verkauf sich selbst, an sich selbst. Das ist wahrscheinlich der ultimative ‚Deal‘ der ‚Dealmaker‘, die die Welt übernommen haben als Ikonen des Kapitalismus. Dessen Prinzipien verkörpern sie so rein, dass der geile Glanz, den sie verströmen, tatsächlich aussieht, als entstamme er einer übernatürlichen Sphäre. Aber natürlich sind diese Götzenpolitiker Menschen. Sorrentino zeigt, was hinter der öligen Maske steckt: Ein alter ‚Cazzo‘, der Angst vorm Alleinsein hat.“

 „Lustvoll zeigt der Film die verführerischen exzessiven Seiten von Reichtum, Macht und Machogehabe. Politik ist hier eher Mittel zum Zweck. ‚Loro‘ wirft einen bösen Blick auf Berlusconi; dabei ist der Film beängstigend aktuell.“

„Der aus ursprünglich zwei Filmen zusammengeführte ‚Loro‘ ist erneut ein ausgefeilter Augenschmaus.“